Der Name verharmlost: Katzenschnupfen ist keine Erkältung, sondern eine Infektion der oberen Atemwege und der Augen, die bei jungen und geschwächten Katzen lebensbedrohlich verlaufen kann. Und sie hinterlässt oft lebenslange Spuren.

Was hinter dem Begriff steckt

Katzenschnupfen ist ein Sammelbegriff für ein Krankheitsbild mit mehreren Erregern. Am häufigsten beteiligt sind das feline Herpesvirus und das feline Calicivirus, oft zusammen mit Bakterien wie Chlamydien oder Bordetellen. Die Kombination entscheidet darüber, wie schwer der Verlauf wird.

Die Übertragung erfolgt über Niesen, direkten Kontakt und gemeinsam genutzte Näpfe. Auch Hände und Kleidung können die Erreger weitertragen – deshalb erkranken gelegentlich sogar reine Wohnungskatzen.

Typische Anzeichen

  • Niesen, Nasenausfluss, zunächst klar, später eitrig
  • Bindehautentzündung, verklebte oder zugeschwollene Augen
  • Vermehrter Speichelfluss und schmerzhafte Geschwüre auf Zunge und Maulschleimhaut, typisch beim Calicivirus
  • Fieber, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit
  • Atemgeräusche, bei schwerem Verlauf Atemnot

Besonders kritisch: Katzen, die nichts riechen, fressen nicht. Gerade bei Jungtieren führt das schnell zu Austrocknung und Unterzuckerung.

Wichtig zu wissen

Hornhautgeschwüre können innerhalb weniger Tage zum Verlust eines Auges führen. Wenn eine Katze ein Auge zukneift, stark tränt oder lichtscheu wirkt, gehört sie noch am selben Tag in die Praxis – nicht erst am nächsten Werktag.

Behandlung

Behandelt werden die Symptome und die bakteriellen Begleitinfektionen: Augensalben, abschwellende Maßnahmen, Schmerzmittel, bei Bedarf Antibiotika und Infusionen. Inhalieren hilft, das Sekret zu lösen. Frisst die Katze nicht, ist eine Unterstützung der Nahrungsaufnahme wichtig – stark riechendes, leicht angewärmtes Nassfutter wird oft noch angenommen.

Gegen Viren selbst gibt es nur begrenzt Möglichkeiten. Gegen das Herpesvirus kommen in schweren Fällen antivirale Präparate zum Einsatz.

Warum es oft wiederkommt

Das Herpesvirus bleibt nach der Erstinfektion lebenslang im Körper. In Stresssituationen – Umzug, neues Tier im Haushalt, Krankheit – kann es wieder aktiv werden. Betroffene Katzen scheiden das Virus dann erneut aus, auch ohne selbst deutlich krank zu wirken. Manche behält zeitlebens eine empfindliche Nase oder chronisch veränderte Augen.

Vorbeugen

  • Impfung: Sie gehört zu den Kernimpfungen für jede Katze, auch für reine Wohnungskatzen. Sie verhindert eine Infektion nicht sicher, mildert den Verlauf aber deutlich.
  • Grundimmunisierung im Jungtieralter, danach Auffrischung nach tierärztlicher Empfehlung
  • Neue Katzen vor der Zusammenführung in Quarantäne halten
  • Näpfe und Katzenklos regelmäßig reinigen, bei mehreren Katzen ausreichend Stationen anbieten
  • Stress reduzieren – Rückzugsorte, feste Abläufe, keine Überbelegung

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei konkreten gesundheitlichen Anliegen zu deiner Katze wende dich bitte an deine Tierarztpraxis.

Gut abgesichert für den Ernstfall

Augenbehandlungen, Infusionen und stationäre Aufenthalte können bei einem schweren Verlauf teuer werden. Wir beraten dich unabhängig und kostenlos zur passenden Krankenversicherung für deine Katze.

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