Flöhe sind lästig, aber beherrschbar – vorausgesetzt, man behandelt nicht nur den Hund. Denn der größte Teil des Problems sitzt gar nicht im Fell, sondern im Teppich.

Warum der Hund nur die Spitze ist

Auf dem Tier lebt der erwachsene Floh. Seine Eier fallen aber herunter – ins Körbchen, in Ritzen, unter Sofakissen. Dort entwickeln sich Larven und Puppen. Fachleute gehen davon aus, dass nur ein kleiner Teil der Population tatsächlich auf dem Hund sitzt; der größte Teil verteilt sich in der Wohnung. Wer nur den Hund behandelt, hat in zwei Wochen dasselbe Problem.

Puppen können Monate überdauern und schlüpfen erst, wenn Erschütterung, Wärme oder Kohlendioxid einen Wirt ankündigen. Deshalb tauchen Flöhe manchmal scheinbar aus dem Nichts auf, etwa nach einem Urlaub.

Woran du einen Befall erkennst

  • Häufiges Kratzen, Beknabbern der Rute und der Hinterbeine
  • Unruhe, schlechter Schlaf
  • Kleine Krüstchen und Rötungen, besonders am Schwanzansatz und am Bauch
  • Haarausfall an den Lieblings-Kratzstellen
  • Schwarze Krümel im Fell – der sogenannte Flohkot

Der Flohkamm-Test

Kämme den Hund über einem feuchten weißen Tuch oder Küchenpapier gegen den Strich, vor allem am Schwanzansatz. Färben sich schwarze Krümel darauf rostrot, ist es Flohkot – er besteht aus verdautem Blut. Das gilt als Nachweis, auch wenn du keinen einzigen Floh siehst.

Wichtig zu wissen

Flöhe können Bandwurmeier übertragen. Nach einem bestätigten Befall ist deshalb meist auch eine Entwurmung sinnvoll – sprich das bei der Behandlung gleich mit an.

Behandlung: Tier und Umgebung zusammen

  • Alle Tiere im Haushalt behandeln, auch Katzen und solche ohne Symptome
  • Präparat in der Tierarztpraxis auswählen lassen – nach Gewicht, Alter und Gesundheitszustand. Katzen vertragen bestimmte Hundepräparate nicht, das kann tödlich enden.
  • Die Anwendung über den empfohlenen Zeitraum durchziehen, meist mehrere Wochen, auch wenn der Juckreiz früher nachlässt
  • Decken und Körbchen bei mindestens 60 Grad waschen, was nicht in die Maschine passt, mehrere Tage einfrieren
  • Täglich gründlich saugen, besonders Ritzen, Teppichränder und unter Möbeln; den Beutel danach entsorgen
  • Bei hartnäckigem Befall ein Umgebungsspray einsetzen – Hinweise zu Lüften und Wartezeiten beachten

Rechne mit mehreren Wochen, bis Ruhe einkehrt. Dass noch einzelne Flöhe auftauchen, ist in dieser Zeit normal und kein Zeichen, dass die Behandlung nicht wirkt.

Flohspeichelallergie

Manche Hunde reagieren allergisch auf den Speichel. Dann genügen wenige Stiche für heftigen Juckreiz, kahle Stellen und entzündete Haut – oft, ohne dass man überhaupt einen Floh findet. Bei wiederkehrenden Hautproblemen lohnt es sich, diese Spur mit der Tierarztpraxis zu verfolgen.

Vorbeugen

  • In der Hauptsaison von Frühjahr bis Herbst regelmäßig den Flohkamm einsetzen
  • Schlafplatz und Decken regelmäßig heiß waschen
  • Nach Kontakt mit fremden Tieren kurz kontrollieren
  • Ob ein dauerhafter Schutz sinnvoll ist, hängt vom individuellen Risiko ab – das besprichst du am besten in der Praxis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei anhaltendem Juckreiz oder Hautveränderungen wende dich bitte an deine Tierarztpraxis.

Gut abgesichert für den Ernstfall

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